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11.6.26

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Förderung sichert Nachlass des kolonialzeitlichen Tierhändlers Josef Menges

Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) unterstützt Projekt an den Reiss-Engelhorn-Museen

(rem) Die Sammlung Weltkulturen und Naturkunde der Reiss-Engelhorn-Museen beherbergt nicht nur einzigartige Artefakte aus allen Erdteilen, sondern in ihrem Archiv auch bedeutende Schriftquellen. Eine wichtige Quelle für die Forschung ist der Nachlass des deutschen Tierhändlers Josef Menges (1850-1910).

Schriftstücke aus dem Nachlass von Josef Menges vor der Restaurierung Schriftstücke aus dem Nachlass von Josef Menges vor der Restaurierung

© Cornelia Rauch-Ernst

Das Schriftgut liefert Informationen zur Tiergeografie, Wirtschaft und Kolonialgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und gibt Aufschluss über Menges‘ Aufenthalte auf dem afrikanischen Kontinent. Dort ließ er Tiere fangen und verkaufte sie nach Europa. Der Nachlass konnte nun dank einer Förderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) restauratorisch behandelt und für die Zukunft bewahrt werden.

Der Nachlass von Josef Menges wurde von dessen Familie in den 1980er Jahren ans Museum übergeben und umfasst unter anderem Reisetagebücher, handschriftliche Kladden sowie rund 15.000 lose Blätter mit Geschäftskorrespondenz, darunter Briefwechsel mit bekannten Akteuren wie Carl Hagenbeck vom gleichnamigen Hamburger Tierpark. Aufgrund von gebrauchs- und alterungsbedingten Schäden waren die Dokumente akut gefährdet. Besonders Tintenfraß setzte den Schriftstücken immer mehr zu. „Schnelles Handeln war nötig, ansonsten wäre dieses wichtige Schriftgut unwiederbringlich verloren gegangen“, betont Dr. Sarah Nelly Friedland, Direktorin der Reiss-Engelhorn-Museen für die Bereiche Archäologie und Weltkulturen. „Aus eigenen Mitteln hätten wir diese Aufgabe nicht stemmen können, umso dankbarer sind wir für die Unterstützung durch die KEK.“

In den letzten Monaten erfolgte in Zusammenarbeit mit Papierrestauratorin Cornelia Rauch-Ernst eine umfassende restauratorische Sicherung und systematische Erschließung des Bestandes. Auch optimale Lagerungsbedingungen wurden geschaffen. Jetzt ruhen die Dokumente in eigens dafür vorgesehenen, säurefreien Schutzverpackungen. Aktuell werden die Schriftstücke digitalisiert, wodurch eine KI-basierte Erschließung des Nachlasses ermöglicht werden soll. Auf dem YouTube-Kanal der Reiss-Engelhorn-Museen gewährt ein Film Einblicke ins Projekt.

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde 2011 gegründet und wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder als Projekt gefördert. Die KEK unterstützt bundesweit Projekte zum Originalerhalt. Seit 2010 wurden in der KEK-Förderung 1.244 Projekte mit rund 27,6 Millionen Euro umgesetzt.

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