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3.8.26

Schwetzingen

Museum frei Haus - Objekt des Monats

Marmorrelief des Hofarchitekten Nicolas de Pigage

(stsw) Mit einem eindrucksvollen Marmorrelief des kurpfälzischen Oberbaudirektors Nicolas de Pigage präsentiert „Museum frei Haus“ im August das Porträt jenes Mannes, der Schwetzingen wie kaum ein anderer geprägt hat. Das um 1790 entstandene Relief zeigt den aus Lothringen stammenden Architekten im Profil und erinnert an einen der bedeutendsten Baumeister des 18. Jahrhunderts.

Porträtrelief des Hofarchitekten Nicolas de PigagePorträtrelief des Hofarchitekten Nicolas de Pigage
Foto: Stadt Schwetzingen / Tobias Schwerdt.

Nicolas de Pigage wurde 1723 im lothringischen Lunéville geboren und 1749 von Kurfürst Carl Theodor an den kurpfälzischen Hof berufen. Bereits wenige Jahre später ernannte ihn der Kurfürst zum Oberbaudirektor. In den folgenden Jahrzehnten verantwortete Pigage zahlreiche bedeutende Bauprojekte in Mannheim, Düsseldorf und vor allem in Schwetzingen. Sein Name ist bis heute untrennbar mit Schloss und Schlossgarten verbunden.

Besonders nachhaltig wirkte Pigage bei der Gestaltung des Schwetzinger Schlossgartens. Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche Gartenarchitekturen, darunter der Apollotempel, das Badhaus und weitere Staffagebauten, die den Park zu einem Gesamtkunstwerk machten. Ausgangspunkt war zunächst der streng gegliederte französische Barockgarten. Gemeinsam mit dem Gartenkünstler Friedrich Ludwig Sckell entwickelte Pigage die Anlage später behutsam weiter und ergänzte sie um Bereiche im damals modernen englischen Landschaftsstil. Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Gartenideale verleiht dem Schwetzinger Schlossgarten bis heute seinen unverwechselbaren Charakter.

Pigage war jedoch weit mehr als ein Architekt. Als gebürtiger Lothringer brachte er französische Bau- und Gartenkunst in die Kurpfalz und wurde zu einem wichtigen Vermittler zwischen den Kulturen. Unter seiner Leitung gelangten sogar bedeutende Bleiskulpturen aus seiner Heimatstadt Lunéville in den Schwetzinger Schlossgarten, wo sie bis heute erhalten sind. Sein Wirken steht damit beispielhaft für den lebendigen kulturellen Austausch zwischen Frankreich und der Kurpfalz im Zeitalter der Aufklärung.

Das im Museum der Stadt Schwetzingen bewahrte Marmorrelief entstand vermutlich in den letzten Lebensjahren Pigages. Es zeigt den Architekten mit zeittypischer Perücke in einem fein ausgearbeiteten Profilbildnis. Die schlichte Eleganz der Darstellung unterstreicht die Bedeutung des Dargestellten, dessen Werke bis heute das Erscheinungsbild Schwetzingens prägen. Das Relief erinnert zugleich daran, dass hinter den berühmten Bauwerken und Gartenanlagen Menschen standen, deren Ideen und Kreativität eine ganze Epoche formten.

Wer heute durch den Schwetzinger Schlossgarten spaziert, begegnet auf Schritt und Tritt dem Vermächtnis Nicolas de Pigages. Seine Architektur verbindet französische Eleganz mit aufklärerischer Gartenkunst und macht Schwetzingen zu einem herausragenden Zeugnis europäischer Kulturgeschichte. Das Marmorrelief lädt dazu ein, den Blick einmal auf den Menschen hinter diesem außergewöhnlichen Werk zu richten.

Zu sehen ist das „Objekt des Monats“ in der Stadtbibliothek Schwetzingen. Die Kooperation von „Museum frei Haus“ und Bibliothek bringt Geschichte sichtbar in den Alltag – zentral, kostenfrei und für alle zugänglich.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Angeboten von „Museum frei Haus“ werden regelmäßig veröffentlicht. Interessierte können sich unter Museum frei Haus auf dem Laufenden halten.

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